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Schuldnerverzug (Wirtschaftsauskunftei, Schufa)

Eine Wirtschaftsauskunftei gibt Wirtschaftsauskünfte über Personen.

Die Schufa Holding AG ist eine privatrechtlich organisiertes Auskunftsbüro, das von der kreditgebenden Wirtschaft getragen wird. Bis zum Jahr 2000 gab es die Schufa e.V. als Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung.

Datenübermittlung

Nach dem Bundesdatenschutzgesetz ist die Übermittlung personenbezogener Daten über eine Forderung an Auskunfteien beispielsweise zulässig, soweit die geschuldete Leistung trotz Fälligkeit nicht erbracht worden ist und

  • die Forderung durch ein rechtskräftiges oder für vorläufig vollstreckbar erklärtes Urteil festgestellt worden ist oder

  • der Betroffene die Forderung ausdrücklich anerkannt hat oder

  • der Betroffene nach Eintritt der Fälligkeit der Forderung mindestens zweimal schriftlich gemahnt worden ist (zwischen der ersten Mahnung und der Übermittlung mindestens vier Wochen liegen) und der Betroffene die Forderung nicht bestritten hat (§ 28a Abs. 1 BDSG@).

Gespeicherte Daten

Bei der Schufa sind folgende Daten gespeichert:

  • Kontaktdaten (Name, Vorname, Geburtsdatum, Geburtsort, Anschrift),

  • Art, Gegenstand und Zahlungsbedingungen des jeweiligen Geschäfts (z.B. Eröffnung eines Girokontos, Ausgabe einer Kreditkarte, Mobilfunkvertrag, Versandhauskonten, Kauf auf Rechnung, Ziel oder Ratenzahlung),

  • Abweichendes Zahlungsverhalten (z.B. gemahnte und nicht bestrittene Forderungen),

  • Angaben aus öffentlichen Verzeichnissen, amtlichen Bekanntmachungen (z.B. aus dem Schuldnerverzeichnis), Haftbefehl zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung, Eröffnung eines privaten Insolvenzverfahrens.

Der Betroffene hat einen Anspruch auf eine Auskunft über die gespeicherten Daten. Daher ist bei der Schufa eine Eigenauskunft möglich.

Fristen der Datenspeicherung

Die Daten dürfen nicht unbegrenzte Zeit gespeichert werden. Sie unterliegen Fristen.

  • Kredite werden drei Jahren nach dem Jahr der Rückzahlung gelöscht,

  • Giro- und Kreditkartenkonten sofort, wenn das Konto aufgelöst wird,

  • Versandhauskonten drei Jahren nach Eingang bzw. wenn das Konto aufgelöst wird,

  • Daten aus den Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte nach 3 Jahren oder bei Löschung aus dem Schuldnerverzeichnis,

  • Daten über nicht vertragsgemäß abgewickelte Geschäfte zum Ende des dritten Kalenderjahres nach dem Jahr der Speicherung.

(Stand: 10/2017, www.schufa.de, dort Speicherfristen)



Dokument-Nr. 000686, © jura-basic 2019

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