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Arbeitsverhältnis (Krankheit)

Krankengeld

Rz. 8

a) Von der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber ist das Krankengeld von der Krankenkasse zu unterscheiden.

Das Krankengeld wird von der Krankenkasse bezahlt, bei

  • Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers

  • Kindeserkrankung

b) Krankengeld wegen Arbeitsunfähigkeit

Wird ein Arbeitnehmer durch Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit an seiner Arbeitsleistung verhindert, ohne dass ihn ein Verschulden trifft, dann hat er einen Anspruch auf Lohnfortzahlung gegenüber dem Arbeitgeber bis zur Dauer von sechs Wochen (§ 3 Abs. 3 EntgFG@).

Nach Ablauf von 6 Wochen haben Versicherte einen Anspruch auf Krankengeld (§ 44 SGB V@) in Höhe von 70 % des regelmäßig erzielten Arbeitsentgelts (§ 47 Abs. 1 SGB V@). Versicherte sind z.B. Arbeiter, Angestellte und Auszubildende, die gegen Arbeitsentgelt beschäftigt sind (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V@).

Der Anspruch auf Krankengeld besteht für den Fall der Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit für längstens achtundsiebzig Wochen innerhalb von je drei Jahren (§ 48 SGB V@).

Haben sich Versicherte eine Krankheit vorsätzlich zugezogen, kann die Krankenkasse eine Leistungsbeschränkung vornehmen (§ 52 SGB V@).

c) Krankengeld wegen Kindeserkrankung

Erkrankt ein Kind des Arbeitsnehmers und tritt deswegen eine vorübergehende Verhindung der Arbeitstätigkeit ein, dann hat der Arbeitnehmer grundsätzlich einen Lohnfortzahlungsanspruch gegenüber dem Arbeitgeber nach § 616 BGB@. Diese Vorschrift kann aber vertraglich abgeändert werden (siehe Kinderkrankung).

Erhält der Arbeitnehmer kein Geld vom Arbeitgeber, dann besteht die Möglichkeit auf Krankengeld wegen Kindeserkrankung von der Krankenkasse.

Sind Arbeitnehmer gesetzlich krankenversichert, haben sie einen Anspruch auf Krankengeld bei Erkrankung des Kindes, wenn es nach ärztlichem Zeugnis erforderlich ist, daß sie zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten und versicherten Kindes der Arbeit fernblein und das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist (§ 45 Abs. 1 SGB V@).

Dieser Anspruch besteht in jedem Kalenderjahr für jedes Kind längstens für 10 Arbeitstage, für Alleinerziehende längstens 20 Arbeitstage (§ 45 Abs. 2 SGB V@). Bei mehreren Kindern ist dieser Anspruch begrenzt auf max. 25 Arbeitstage bzw. für Alleinerziehende auf 50 Arbeitstage.

Krankenversicherte mit Anspruch auf Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes haben für die Dauer dieses Anspruchs gegen ihren Arbeitgeber einen Anspruch auf unbezahlte Freistellung von der Arbeitsleistung (§ 45 Absatz 3 SGB V@). Der Freistellungsanspruch kann nicht durch Vertrag ausgeschlossen oder beschränkt werden (§ 45 Absatz 3 SGB V@).

d) Krankmeldung

Bei Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmer wegen eigener Krankheit oder Kindeskrankheit ist der Arbeitnehmer verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich anzuzeigen.

Eine bestimmte Form für die Mitteilung ist nicht erforderlich (siehe Krankmeldung, Rz.4).


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Dokument-Nr. 000417, © jura-basic 2019

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