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Gemeinschaften (Gesamthandsgemeinschaft)

Begriff und Bedeutung

Es gibt unterschiedliche Gemeinschaften (Überblick).

Die Gesamthandsgemeinschaft besteht aus Personen, denen ein Vermögen gemeinschaftlich zusteht. Ein Vermögen kann aus mehreren Sachen oder Rechten bestehen.

Charakteristisch für die Gesamthandsgemeinschaft ist, dass der Einzelne nicht über einzelne Sachen und Rechte des gemeinsamen Vermögens alleine verfügen kann. Die einzelnen Sachen und Rechte liegen als gemeinsames Vermögen in den gemeinsamen Händen der Beteiligten. Die einzelnen Sachen und Rechte unterliegen der gesamthänderischen Bindung.

Beispiel: Eine Erbengemeinschaft ist eine Gesamthandsgemeinschaft. Der einzelne Erbe kann zwar über seinen Anteil am Nachlass alleine verfügen, aber nicht über den Anteil an den einzelnen Gegenstände des gemeinsamen Nachlasses (§ 2033 BGB@). Auch die Gütergemeinschaft zwischen Eheleuten ist eine Gesamthandsgemeinschaft. Ein Ehegatte kann nicht über seinen Anteil an den einzelnen Gegenständen (Sachen und Rechten) verfügen, die zum Gesamtgut gehören (§ 1419 Abs. 1 BGB@). Der einzelne Ehepartner kann auch nicht über seinen Anteil am Gesamtgut verfügen. Insofern besteht ein Unterschied zur Erbengemeinschaft, bei der ein Erbe über den Anteil am Vermögen verfügen kann, lediglich nicht über den Anteil an einzelnen Gegenständen des Vermögens. Eine Gesamthandsgemeinschaft ist auch die Urhebergemeinschaft. Das Recht zur Veröffentlichung und zur Verwertung des gemeinsamen Werkes steht den Miturhebern nur zur gesamten Hand zu (§ 8 Abs. 2 UrhG@). Über einzelne Rechte am Gesamtwerke, wie das Recht der Veröffentlichung und der Verwertung des gemeinsamen Werkes, können die Miturheber nicht alleine entscheiden.

Wegen dieser gesamthänderischen Bindung ist das gesamthänderisch gebundene Vermögen (Gesamthandsvermögen) gegenüber dem anderen Privatvermögen der Gesamthänder rechtlich verselbständigt.

Von der Gesamthandsgemeinschaft ist die Bruchteilsgemeinschaft zu trennen. Bei der Bruchteilsgemeinschaft steht nicht ein Vermögen, sondern ein einzelnes Recht mehreren gemeinschaftlich zu, beispielsweise das Eigentumsrecht an einer einzelnen Sache (vgl. Bruchteilsgemeinschaft).


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