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Handwerk

Einleitung

Rz. 1

a) Die selbständige handwerkliche Tätigkeit begründet ein Gewerbe.

Vom Handwerk ist das Kunsthandwerk zu unterscheiden. Das Kunsthanderk ist keine gewerbliche Tätigkeit (siehe Kunsthandwerk, Rz.14).

b) Handwerksbetriebe unterliegen der Gewerbeordnung (GewO) und dem Gesetz zur Ordnung des Handwerks (HwO).

Der selbständige Betrieb eines zulassungspflichtigen Handwerks als stehendes Gewerbe ist nur den in der Handwerksrolle eingetragenen natürlichen und juristischen Personen und Personengesellschaften gestattet (§ 1 Abs. 1 HwO@).

Ein stehendes Gewerbe ist ein Gewerbebetrieb mit einem „stehenden“ (festen) Betriebssitz, z.B. Tischler vor Ort oder Friseur vor Ort. Davon zu unterscheiden ist der Handwerker auf Reisen, z.B. Tischler auf Tour (Reisegewerbe).

Ein Gewerbebetrieb ist als ein Betrieb eines zulassungspflichtigen Handwerks anzusehen,

  • wenn er handwerksmäßig betrieben wird und ein Gewerbe vollständig umfasst, das in der Anlage A aufgeführt ist oder

  • wenn Tätigkeiten ausgeübt werden, die für dieses Gewerbe wesentlich sind (wesentliche Tätigkeiten), § 1 Abs. 2 HwO@.

Ein Gewerbebetrieb ist als ein Betrieb eines zulassungspflichtigen Handwerks anzusehen, wenn die Tätigkeit entweder voll oder in wesentlichem Umfang einem zulassungspflichtigen Handwerk entspricht (siehe Handwerksmäßigkeit, Rz.4).

Als Inhaber eines Betriebs eines zulassungspflichtigen Handwerks wird eine natürliche oder juristische Person oder eine Personengesellschaft in die Handwerksrolle eingetragen, wenn der Betriebsleiter die Voraussetzungen für die Eintragung in die Handwerksrolle mit dem zu betreibenden Handwerk oder einem mit diesem verwandten Handwerk erfüllt (§ 7 Abs. 1 HGB@). Erforderlich ist die bestandene Meisterprüfung (siehe Meisterpflicht, Rz.6), ein entsprechender Ausbildungsabschluss (siehe Hochschulabschluss, Rz.28) oder eine Ausübungsberechtigung (siehe Ausübungsberechtigung, Rz.30) oder eine Ausnahmebewilligung (siehe Ausnahmebewilligung, Rz.29). Falls der Betriebsinhaber eine solche Qualifikation nicht hat, kann er einen Betriebsleiter mit entsprechender Qualifikation beschäftigen (siehe Betriebsleiter, Rz.7).

c) Die Vorschriften der HwO für den selbständigen Betrieb eines zulassungspflichtigen Handwerks gelten auch für Zweigstellen (siehe Zweigstelle, Rz.11) oder für handwerkliche Nebenbetriebe (siehe Nebenbetriebe, Rz.9). Davon zu unterscheiden sind die Hilfsbetriebe (siehe Hilfsbetriebe, Rz.10).

d) Ein Verstoß gegen die Handwerksordnung kann zur wettbewerbsrechtlichen Abmahnung führen (siehe Abmahnung, Rz.23).

e) Handwerkliche Betriebe sind von Industriebetrieben abzugrenzen. Bei Industriebetrieben stehen die automatische Fertigung oder die Massenproduktion im Vordergrund (siehe Industriebetrieb, Rz.24).

f) Der Meisterzwang und die Berufsfreiheit stehen in einem Spannungsverhältnis (siehe Berufsfreiheit, Rz.25).

g) Bei handwerklicher Tätigkeit ist zu beachten:

  • Zulassungspflichtiges Handwerk (siehe Zulassungspflichtiges Handwerk, Rz.2)

  • Handwerksmäßigkeit (siehe Handwerksmäßigkeit, Rz.4)

  • Meister (siehe Meisterpflicht, Rz.6)

  • Betriebsleiter (siehe Betriebsleiter, Rz.7)

  • Nebenbetriebe (siehe Nebenbetriebe, Rz.9)

  • Hilfsbetriebe (siehe Hilfsbetriebe, Rz.10)

  • Nachlassbetriebe (siehe Nachlassbetriebe, Rz.12)

  • Minderhandwerk (siehe Minderhandwerk, Rz.16)

  • zulassungsfreies Handwerk

  • handwerksähnliches Gewerbe

  • Handwerksrolle (siehe Handwerksrolle, Rz.21)

  • Handwerkskarte (siehe Handwerkskarte, Rz.22)

  • Abmahnung

  • Berufsfreiheit (siehe Berufsfreiheit, Rz.25)

  • Ausbildungsberechtigung (siehe Ausbildungsberechtigung, Rz.26)

  • Hochschulabschluss (siehe Hochschulabschluss, Rz.28)


|| Rz. 2 >>

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Dokument-Nr. 000539 (Details, unten bei Hinweise), © jura-basic 2020

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